Mittwoch, 26 März 2014 17:30

Warum Talent nicht immer von Vorteil ist

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Die Lernwilligkeit eines Menschen entscheidet über Erfolg oder Misserfolg Die Lernwilligkeit eines Menschen entscheidet über Erfolg oder Misserfolg Honza Krej @ shutterstock.com

Im letzten Blogpost berichteten wir von Dr. Carol S. Dweck, die in Ihrem Buch „Mindset“, Menschen in zwei Gruppen einteilt. So unterscheidet sie zwischen Menschen mit einem auf Lernen ausgerichteten Verstand und Menschen, die kein Interesse am Lernen neuer Fähigkeiten haben.

So ist es zu erklären, dass es beispielsweise viele Sportler gibt, die den Weg zur Weltspitze schaffen. Doch das dauerhafte Etablieren in der Weltspitze schaffen nur wenige, da sich erst bei persönlichen Rückschlägen zeigt, welche Einstellung die Menschen haben. Gerade die Talente, die immer wieder wegen ihrer überragenden Fähigkeiten gelobt werden sind es dann, die schnell das Selbstvertrauen verlieren und aufgeben. Aus diesem Grund wagen sich jene Verhaltenstypen auch nicht an neue Aufgaben heran, da die Gefahr besteht, dass sie Fehler machen, sich blamieren und somit nicht mehr als das perfekte Musterbeispiel dienen können.

Wenn die Lernunwilligen kritisiert werden, sind sie beleidigt, wohingegen die lernwilligen Menschen, sich der Kritik annehmen und eher gewillt sind, daraus zu lernen. Daher wird der Lernwillige irgendwann das Talent überholen, da dieses nicht auf das Feedback reagiert und sich demnach auch nicht in dem Tempo weiterentwickelt wie lernwillige Menschen. So lässt sich auch das Genre der sogenannten „ewigen Talente“ erklären. Der Soziologe Benjamin Barber meinte einmal „Ich teile die Welt nicht in die Schwachen und die Starken oder die Erfolgreichen und die Erfolglosen ein. Ich teile die Welt in die Lernwilligen und die Lernunwilligen.“

Diese Ansicht bestätigte auch ein Experiment, bei dem die Gehirnströme von Versuchsteilnehmern gemessen wurden. Dabei unterteilte man die Teilnehmer nach lernwilliger und nach lernunwilliger Weltanschauung und stellte ihnen Fragen aus dem Allgemeinwissen, während ihre Gehirnströme gemessen wurden. Anhand der Ausschläge konnten die Forscher erkennen, welches Interesse die jeweilige Person gerade an den Informationen hatte, die ihr mitgeteilt wurden.

Es zeigte sich, dass die lernunwilligen Teilnehmer nur daran interessiert waren, ob ihre Antworten richtig oder falsch waren. Als sie zusätzliche Informationen angezeigt bekamen, die ihnen beim Beantworten von Fragen in der Zukunft helfen könnten, zeigten sie kein Interesse. Auch wenn sie eine Antwort falsch beantwortet hatten, zeigten sie kein Interesse daran, wie die richtige Antwort gewesen wäre. Im Kontrast dazu zeigten die Ausschläge der Gehirnströme bei den lernwilligen Teilnehmer Interesse an allen Informationen, die ihr Wissen erweitern konnten. (vgl. auch www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1838571/)

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Gelesen 3188 mal Letzte Änderung am Dienstag, 27 Januar 2015 14:41